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Aktuelles

Ironman Weymouth

am 17.09.2016

Ich kann es immer noch nicht fassen was mir widerfahren ist. Ein halbes Jahr Vorbereitung unter nicht optimalen Voraussetzungen, 1400km Anreise und viel Geduld und Verständnis meiner Mitmenschen. Und dann das.

Weymouth, ein wunderschöner Badeort im Südwesten von England, eine traumhafte Landschaft, fast schon kitschig wie man das in Rosamunde Pilcher Filmen sieht, sollte die Kulisse des ersten Ironman in dieser Region sein. 30 Slots für Hawaii und ich wollte einen davon. 

Das Drama begann gleich nach dem Schwimmen, wo ich kurz nach dem Ausstieg stürzte. Ohne Probleme ging es auf der Überholspur auf die erste 90km Runde, vorbei an vielen 70.3 Athleten und an einigen Konkurrenten. Nach ca. einer Stunde dann die ersten Anzeichen von Schmerzen in der linken Hüfte und am Ende der 90km die erste Fehlleitung, wo ich mindestens 8min verlor. Sicher habe ich da etwas Schuld an diesem Umweg, doch auch sehr viel, viel Pech und schlechte Organisation am letzen Kreisverkehr. In diesem Moment war für mich der Slot schon weg, zumal meine Schmerzen stärker wurden. In Dorchseter wurde ich dann das zweite Mal ohne meine Absicht von der Strecke geschickt. Unglaublich. Ich kann gar nicht beschreiben was in diesem Moment in mir vorging. Danach überholte ich Athleten nun zum 3.Mal, bevor es in die Wechselzone ging.

Nach dem ersten Laufschritt war für mich klar. DNF. Ich humpelte Richtung Wechselzelt und wusste gar nicht so recht, was ich da soll. Doch vielleicht schaffe ich 2km, dort standen meine Freundin mit Karl.

Vorbei an hunderten Zuschauern, welche mich versuchten zu motivieren, aber an Laufen war nicht zu denken. Mir kamen die Tränen und so humpelte ich Richtung Kilometer 2. Dann passierte etwas, woran ich sicher noch lange denken werde. Irgendwie gelang es den Beiden mich zur ersten Runde (10km) zu überreden und so walkte ich mit Karl Richtung Ziel und auch wieder zurück in sagenhaften 1:38h. Quali weg, eine gute Platzierung ebenfalls, doch eine kleine Hoffnung das Ziel zu reichen keimte in mir auf.  

Im Wechsel joggend/ walkend begleitete mich Karl und irgendwann hatten wir sogar Spaß an der Sache. Mädels feuerten uns an und wir naschten Chips und so kam es, dass das Ziel kurz vor mir stand. Karl (13 Jahre ) lief bis dahin unglaubliche 30km und bei mir kam es zu keinem DNF. Den Zieleinlauf feierte ich wie noch nie, klatschte Hände ab und nahm mir Zeit die ich sonst nicht habe.

Es war sicher der enttäuschendste, aber auch der emotionalste Wettkampf für mich.

Danke an alle die mich unterstützt haben. Ich gebe nicht auf!!!

 

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